„Vor 21 Jahren ist von mir die Ausführung der Gurtträgerbrücke in Vorschlag gebracht, welche Bauweise seit jener Zeit in über 500 Fällen Anwendung gefunden hat. Ihre Vorzüge liegen in der Einfachheit der Bauausführung, welche eine schnelle Herstellung gestattet und eine sichere Verbindung der gezogenen Eisen mit dem Beton der Träger-Druckzone herbeiführt.“
Diese knappen Ausführungen des Bauingenieurs Prof. Dr. Ing. Max Möller (1854-1935) beschreiben eine innovative Betonbrückenbauweise des beginnenden 20. Jahrhunderts, die in Braunschweig experimentell entwickelt und als Patent der dortigen Baufirma Drenckhahn & Sudhop in großem Umfang bei Brücken- und Deckenkonstruktionen eingesetzt wurde.
Hundert Jahre später wurde in Braunschweig ein hervorragendes technisches Denkmal nach eben dieser Bauart Möller (1904), die Fallersleber-Tor-Brücke über den innerstädtischen Okerumflutgraben abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. In diesem Zusammenhang hatten die Institute Bauwerkserhaltung und Tragwerk sowie Tragwerklehre der TU Braunschweig eine Dokumentation der Brückenkonstruktion angefertigt. Zum Verständnis dieses besonderen Tragsystems konnte ein einzelner Möller-Träger gesichert und auf dem Gelände der TU Braunschweig aufgestellt werden.
 
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